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Kostenratgeber

Was kostet ein Anbau am Haus?

Kosten pro Quadratmeter für Anbau, Aufstockung und Dachausbau, was den Preis treibt und wie Sie Ihr Budget kalkulieren, bevor Sie Angebote einholen.

Das Ingenieurteam von WeDraftItVeröffentlicht am 3 Min. LesezeitMarkt: DE, AT, CH

Technische Zeichnung eines Hauses mit einem orange hervorgehobenen eingeschossigen Anbau

Ein Anbau ist oft günstiger und weniger aufwendig als ein Umzug. Doch fast alle Bauherren stellen sich dieselbe Frage: Was kostet ein Anbau am Haus? Online-Rechner liefern eine einzige Zahl, Handwerksbetriebe sehr unterschiedliche Angebote, und die echten Kosten zeigen sich oft erst nach Baubeginn.

Dieser Ratgeber gibt Ihnen realistische Kostenspannen für die häufigsten Projekte, erklärt die wichtigsten Kostentreiber und zeigt, wie Sie ein belastbares Budget aufstellen.

Kosten nach Projektart

Die folgenden Werte sind unverbindliche Spannen für einen mittleren Ausstattungsstandard, inklusive Material und Arbeitslohn, ohne Grundstück, Planungshonorare, Genehmigungsgebühren und Möbel. Regional schwanken sie stark: In München, Hamburg, Frankfurt, Wien oder Zürich liegen die Kosten meist am oberen Rand oder darüber.

Projekt Richtwert Deutschland (€ pro m² Wohnfläche)
Eingeschossiger Anbau, Massivbau 2.000 – 3.200
Anbau in Holzrahmen- oder Modulbauweise 1.800 – 2.900
Aufstockung (zusätzliches Geschoss) 2.200 – 3.800
Dachausbau (Dachgeschoss bewohnbar machen) 1.000 – 2.000
Garagenumbau zu Wohnraum 800 – 1.500
Wintergarten 1.200 – 2.800

Ein eingeschossiger Anbau mit 25 m² in mittlerer Ausstattung liegt damit häufig zwischen 50.000 € und 80.000 € ohne Planungskosten, eine Aufstockung mit 60 m² kann schnell 150.000 € und mehr kosten.

Warum zwei gleich große Anbauten unterschiedlich viel kosten

1. Baugrund und Gründung

Bindiger Lehmboden, Hanglage oder hohes Grundwasser können eine tiefere oder bewehrte Gründung erfordern (das Betonfundament, das das Gebäude trägt). Ein Bodengutachten ist oft sinnvoll oder sogar vorgeschrieben.

2. Anschluss an den Bestand

Wird eine tragende Wand geöffnet, braucht es einen Unterzug (Stahl- oder Betonträger) und eine Abstützung während der Bauzeit. Bei einer Aufstockung muss die Statik prüfen, ob Wände und Fundamente des Bestands die zusätzliche Last tragen.

3. Küche und Bad

Räume mit Wasseranschluss sind pro Quadratmeter am teuersten. Ein Anbau mit Küche oder Bad kann 30–50 % mehr kosten als ein Wohn- oder Schlafraum gleicher Größe.

4. Ausstattungsniveau

Fenster, Bodenbeläge, Sanitärobjekte, Beleuchtung: Der Schritt von Standard zu gehobener Ausstattung kostet oft 25 % oder mehr.

5. Energetische Anforderungen

Auch ein Anbau muss das Gebäudeenergiegesetz (GEG) erfüllen: gute Dämmung und Fenster sind Pflicht. Das kostet zunächst, senkt aber die Heizkosten, und je nach Programm gibt es Förderungen.

6. Baustellenzugang

Ist der Garten nur durchs Haus erreichbar, die Straße eng oder ein Kran nötig, steigen die Kosten.

Kosten, die oft vergessen werden

  • Planungskosten: Architekt:in oder Bauingenieur:in (bauvorlageberechtigt), Statik, Wärmeschutznachweis. Planungshonorare machen oft 10–20 % der Baukosten aus.
  • Baugenehmigung: Gebühren je nach Bundesland und Baukosten; manche kleine Anbauten sind verfahrensfrei, das hängt von der Landesbauordnung ab.
  • Vermessung und Bodengutachten.
  • Hausanschlüsse und Haustechnik: Heizung erweitern, Elektroverteilung, Abwasser.
  • Reserve: Planen Sie 10–15 % der Baukosten als Puffer ein, besonders bei älteren Häusern.

Tipp: In Deutschland werden Baukosten nach DIN 276 in Kostengruppen gegliedert (z. B. KG 300 Bauwerk – Baukonstruktionen, KG 400 Technische Anlagen, KG 700 Baunebenkosten). Eine Schätzung in dieser Struktur macht Angebote leichter vergleichbar.

So stellen Sie ein belastbares Budget auf

  1. Projekt klar definieren: Fläche, Geschosse, Räume und Ausstattungsniveau. Schon eine Handskizze hilft.
  2. Ersten Budgetrahmen ermitteln mit unserem kostenlosen Baukostenrechner.
  3. Unabhängige Kostenschätzung einholen, Position für Position, bevor Sie Angebote anfragen: Dann wissen Sie, was ein fairer Preis ist.
  4. Angebote mit der Schätzung vergleichen. Fehlende Leistungen, unklare Pauschalen oder überhöhte Preise fallen sofort auf. In unserem Artikel Handwerkerangebot prüfen erklären wir, worauf Sie achten sollten.
  5. Die Reserve nicht verplanen, bis der Bau abgeschlossen ist.

Fazit

Ein Anbau ist eine große Investition, und das größte Risiko ist eine falsche Ausgangszahl. Nutzen Sie Quadratmeterpreise als Orientierung und lassen Sie Ihr konkretes Projekt kalkulieren, bevor Sie unterschreiben.

Sie möchten echte Zahlen? Senden Sie uns Ihre Pläne oder eine Skizze: Ein Ingenieur kalkuliert Ihren Anbau Position für Position, komplett online.

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